
In der nachfolgenden Übersicht werden Gemeinsamkeiten zwischen Grundprinzipien des jahrtausendealten Strategie-Spiels Go und wichtigen Elementen „guter“ Führung dargestellt.
Die 5 Grundprinzipien gehen auf meine Arbeiten 2024 bis 2026 zurück und sollen die Frage beantworten, wie das Denkmodell von Go auf moderne Strategie und Führung übertragen werden kann.
Oft zitierte „10 Goldene Regeln“ zu Go betrachte ich eher als taktisch-orientiert und würde sie den hier beschriebenen Prinzipien unterordnen.
1. Go – Genau positionieren
Wir definieren sehr klar, wo wir gewinnen wollen – Märkte, Segmente, Kunden – und wo nicht. Kein „alles für alle“, sondern präzise Wahl der Spielfelder. Dominanz ist nicht das Ziel, sondern ein solider, profitabler Footprint in den wichtigsten Kernfeldern.
Gute Führung: Portfolio-Schärfung, strategische Fokussierung, klare „No-Go´s“ beim Ressourcen-Einsatz
2. Führen durch Einfluss
Statt jeden Schritt zu kontrollieren, schaffen wir klare Strukturen, Ziele und Entscheidungsräume, in denen Teams eigenständig handeln können. Wir führen über Zielbilder, Prozesse, Kennzahlen und Kultur, nicht über permanente Eingriffe.
Gute Führung: Governance, Operating Model, Leadership Framework – Leitplanken statt Mikromanagement
3. Das richtige Timing erkennen
Wir wählen bewusst, wann wir investieren, skalieren oder stoppen. Nicht jede Chance wird sofort gezogen; wir priorisieren nach Wirkung und Kapazität. „Nein“ ist eine strategische Antwort, wenn der Zeitpunkt nicht stimmt.
Gute Führung: Kapazitätsmanagement, Priorisierung, Sequenzierung von Initiativen, Schutz der Organisation vor Dauer-Überlast.
4. Durch Koexistenz gewinnen
Wir müssen nicht jeden Wettbewerber zerstören. Oft ist es klüger, Ökosysteme, Partnerschaften und Allianzen zu nutzen – besonders in regulierten, kapitalintensiven oder digitalen Märkten. Wir denken in Win-Win-Szenarien, nicht nur in Nullsummenspielen.
Gute Führung: Kooperationen, Plattformstrategien, Joint Ventures, Co-opetition statt reiner Vernichtungsschlacht
5. Flexibel bleiben
Wir akzeptieren, dass Projekte, Produkte oder Strukturen auch wieder verschwinden dürfen. Wir sind bereit, laufende Themen zu stoppen oder zu verkleinern, um Ressourcen auf das zu verlagern, was wirklich trägt. Kurzfristige Verluste werden zugunsten eines besseren Gesamt-Spielfelds (Portfolio) akzeptiert.
Gute Führung: Dynamisches Ressourcen-Management, aktives Beenden von Initiativen, Mut zu Abschreibungen und Kurswechseln
Michael Tiegelkamp, Januar 2026

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